14. Dezember 2015

Weihnachten around the globe

Weihnachten; das Fest der Liebe und des Teilens, ein Brauch so alt und bedeutend in unserer Kultur, dass er niemandem, egal welcher Glaubensgemeinschaft angehörig, fremd ist. Tatsächlich umspielte der Begriff “Weihnachten” schon vor über tausend Jahren die Zungen der Menschen. Aber wie feiern andere Kulturen dieses sittenträchtige Fest? Was unterscheidet und was verbindet uns und welche Bräuche erzeugen den Weihnachtszauber in anderen Ländern?

Auf Island sind in der Zeit von dem 12. bis zu dem 24. Dezember, dreizehn Kobolde unterwegs, um die Kinder zu beschenken. Diese „Weihnachtskerle“(Jólesveinar) füllen die bereitgestellten Schuhe mit Süßigkeiten, doch weniger braven Kindern legen sie ein paar alte Kartoffeln hinein. Sie gehören zur alt-isländischen Sagenwelt, denn obwohl 96 Prozent der Isländer der christlichen Religion angehören, sind doch noch weit mehr als nur Reste des alten „Asatru“, der vorchristlichen Mythologie der Isländer, vorhanden. Auch bei der Festtafel der Isländer geht es nicht allzu üppig zu. Was jedoch unter gar keinen Umständen fehlen darf, ist das kunstvoll verzierte Laubbrot (Laufabrauð).

In Frankreich beschenkt die Kinder Père Noel, der Weihnachtsmann, pünktlich am Heiligen Abend. Er schlüpft durch den Kamin in das Haus und füllt seine Gaben in die sauber geputzten Schuhe. Bevor die Geschenke ausgepackt werden, gibt es die französische Spezialität Gänsestopfleber zu essen. Eine weitere Spezialität, die man vor allem aus dem Balkan kennt, ist die “Buche de Noel”. In früheren Zeiten war sie ein Holzklotz, der in der Weihnachtsnacht verbrannt wurde. Die Asche wurde auf die Felder gestreut, in dem Glauben, dass die Ernte dann besonders zahlreich ausfallen würde. Heute ist dieser Weihnachtsklotz ein, mit Buttercreme gefüllter Baumkuchen.

In Spanien spielen Dinge wie Weihnachtsbäume oder Adventskalender, trotz dem Einfluss anglo-amerikanischer Bräuche, keine große Rolle. Meist wird noch ganz traditionell, schlicht und familiär gefeiert. Im Mittelpunkt des Weihnachtsfests steht die, manchmal selbstgebastelte, Krippe (Belvén) um die man sich versammelt und gemeinsam spanische Weihnachtslieder singt. Ähnlich ist es auch in Portugal. In manchen Gegenden wird nach der Mitternachtsmette auf dem Kirchplatz ein Baum niedergebrannt, um den man feierlich herumtanzt. Außerdem bringen die Besucher Obst oder Gemüse mit in die Kirche und legen sie als Geschenk vor die aufgebaute Weihnachtskrippe.

Im Balkan hatte der Weihnachtsklotz „Badnjak“, ein Baum der in der Nacht vor dem 24.Dezember gefällt werden muss, jahrhundertelang die gleiche Bedeutung wie bei uns der Tannenbaum und wurde bis heute erhalten. Verbreitet ist die Sitte in Serbien, Kroatien,Slowenien, Bulgarien, Albanien und Griechenland. Sie beinhaltet das Schlagen des Baumes mit drei Axthieben und das darauffolgende Kippen nach Osten. Auf die Schnittstelle wird danach als Symbol der Versöhnung Wein gegossen. Am Weihnachtsabend wird der Stamm schließlich mit Honig bestrichen und ins offene Feuer geschoben. Heutzutage aber haben Zentralheizungen den Klotz verdrängt, und der Weihnachtsbaum hat sich mehr undmehr durchgesetzt. In Indien sind beinahe alle Glaubensgemeinschaften vertreten und zeigen Weihnachten somit in den verschiedensten Facetten.

Bei den indischen Christen ist Weihnachten ein Mixaus ihren eigenen und ausländischen Traditionen. So dient als Weihnachtsbaum meistens ein Mangobaum oder eine Bananenstaude, die mit Weihnachtsschmuck aus Kaschmir oder bunten Lichterketten geschmückt Weihnachten around the Globe Zoe Jung, 6B werden. In Indien geht es an Weihnachten bunt, farbenfroh und lustig zu.

Und schlussendlich: was wäre Weihnachten, mit all dem Prunk, Klischees und Traditionen, ohne die konsumfreudige USA. Die Weihnachtsfeiertage beginnen bei den Amerikanern nicht schon am Heiligabend sondern erst mit der Mitternachtsmesse am 25. Dezember. Viele Weihnachtsbräuche werden hier miteinandervermischt: von dem geschenkebringenden Santa Claus und seinem Rentierschlitten zu den Klettertouren durch den Schornstein und den aufgehängten Socken und Strümpfen, in die der bärtige Wohltäter die Geschenke steckt. Darüber hinaus sind die Amerikaner zu Weihnachten wahre Dekorationsliebhaber und staffieren ihre Häuser gerne mit allerlei Lichtern, Figuren und exzessivem Schmuck aus.

Obwohl jedes Land das Weihnachtsfest unterschiedlich zelebriert, ist es doch ein Brauch der durch die Freude, die ihm anhaftet, bis heute überlebt hat und mit seinen Sitten und Geschichten nicht nur Österreich, sondern die ganze Welt jährlich verzaubert.

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