6. März 2015

Wenn Schulen und Technik aufeinandertreffen.

Dann geht das selten gut aus. So auch bei uns.

Bei der folgenden Geschichte gibt es zwei Antagonisten. Eine Schule, die regelmäßig irgendwelche eLearning­Wettbewerbe gewinnt, und eine neue Technologie, wie das mobile Telekommunikationsgerät. Nun entwickelt sich eine Schule nicht ganz so schnell wie die Welt der Technik, wird irgendwann überfordert, und macht dann irgendwas unüberlegtes. Eine Übergangslösung, die nun schon seit 2 Jahren eine Übergangslösung ist: das Handyverbot.

Zunächst hieß es: Wir probieren das mal aus. Handyfasten. Schüler der Unterstufe wurden beauftragt, schöne Bilder zu dem Thema zu zeichnen, und dann ging es los. Nichts hat sich geändert, und die Diskussion läuft immer noch.

Als ein Schüler, der seit 7 Jahren auf diese Schule geht und regelmäßig Schulstunden durch den Einsatz meines eigentlich verbotenen Laptops und den Einsatz des Hotspots auf meinem eigentlichen verbotenen Smartphone rette (nachdem ich 10 Minuten verzweifelt versucht habe, den nicht funktionierenden Klassenlaptop mit dem selten funktionierenden Schul­WLAN zu verbinden), verfolge ich diese Diskussion bereits länger und ich finde das Handyverbot die verzweifelste Sache, die sich unsere Schule jemals eingefallen lassen hat. Es zeigt, dass die Schule das Problem des übermäßigen Medienkonsums nicht lösen wollte, sondern es wegschieben wollte. Ein Verbot kann niemals die Lösung eines Problems sein.

Wenn Erstklässler gerade ihr erstes Handy bekommen haben, dann sind sie natürlich neugierig und probieren es aus. Manchmal probieren sie es aber eben etwas zu viel aus. So war es bei mir auch. Ich habe Tage mit irgendwelchen Spielen verbracht, bis ich irgendwann bemerkt habe, dass es viel spannender ist, sich mit guten Freunden zu unterhalten. Das lerne ich aber nicht dadurch, dass das Handy verboten wird (was es natürlich nur noch viel spannender macht), sondern dadurch, dass man mit mir darüber redet. Und wenn das nicht zu Hause geschieht, wäre es doch eine einfache Sache, das Thema im Deutschunterricht aufzugreifen, und über die Vor­ und Nachteile von Handys und “neuen“ Medien zu diskutieren. Nur so erziehen wir Schüler, die später nicht während des Abendessens immer das Handy checken (und mittlerweile sehe ich immer mehr Erwachsene, die ihren Konsum nicht mehr unter Kontrolle haben).

Aber so funktioniert es eben nicht. Und so wird das Handy um 13:35 Uhr wieder ausgepackt und dann eben intensiv und unüberlegt damit gespielt. Und die Schüler haben nichts über das Thema Medienkonsum gelernt, obwohl die Wichtigkeit dieses Themas außer Frage stehen sollte. Und die Lehrer müssen sich mit keinen neuen Themen beschäftigen und dürfen hoffen, dass sich das wahre Problem irgendwann von selber erledigt. Ich darf an dieser Stelle spoilern: das wird nicht passieren.

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