3. Juli 2015

Was haben Malala Yousafzai, Raif Muhammad Badawi und Sabeen Mahmud gemeinsam?

Sie alle können einerseits wahnsinnig stolz auf sich sein, und andererseits froh, dass sie noch am Leben sind. Ihre einzigen Gemeinsamkeiten? Nein, denn wie manche von Ihnen vielleicht schon gehört haben, sind diese mutigen Menschen Aktivisten im Internet und mussten aufgrund ihrer kritischen Ansichten fast mit dem Leben bezahlen.

Im Jahr 2009, im Alter von 11 Jahren begann Malala Yousafzai mit dem Bloggen im Internet auf einer Website der BBC. Sie schrieb ein digitales Tagebuch unter dem Pseudonym Gul Makai, in welchem sie über die Gewalttaten der Taliban erzählte.

„Ich hatte gestern einen schlimmen Traum mit Militärhubschraubern und den Taliban. Ich habe solche schrecklichen Träume schon seit dem Anfang der Militäreinsetze im Swat. Meine Mutter hat mir Frühstück gemacht und ich bin zur Schule gegangen. Ich hatte sehr Angst in die Schule zu gehen, weil die Taliban eine Verordnung ausgegeben hatten, alle Mädchen den Schulbesuch zu verbieten.“ – Malala Yousafzai am Samstag, 03. Januar 2009

Die Taliban verboten Mädchen nicht „nur“ den alltäglichen Schulbesuch sondern auch Freizeitaktivitäten wie das Musikhören, Tanzen oder generell das Betreten von öffentlichen Räumen.

Durch die Hilfe ihres Vaters und die eines BBC Reporters wurde ihr Blog schnell bekannt und so wurde Malala schließlich für den Internationalen Kinder-Friedensnobelpreis nominiert. Als sie diesen jedoch nicht erhielt, erfand Pakistans Regierung einen Nationalen Friedenspreis der Jugend, der nach ihr benannt wurde und den sie 2011 auch bekam. Jedoch sollte sie diese Errungenschaft nicht lange genießen dürfen und wurde am 9. Oktober 2012 in ihrem Schulbus am Weg nach Hause von einem Anhänger der Taliban mehrere Male in den Kopf und in den Hals geschossen. Wie es geschehen sollte, überlebte sie diese allerdings nachdem sie in einem Militärkrankenhaus in Peschawar operiert worden wae. Auf die Täter wurde eine Prämie von etwa 74.000€ gesetzt und im April 2015 wurden diese zu lebenslanger Haft verurteilt.

Raif Muhammad Badawi, ein saudischer Blogger wurde wegen seinen kritischen Artikel und seiner selbst gegründeten Internetseite „Die Saudischen Liberalen“ mit Ausreiseverbot, 1000 öffentlichen Peitschenhieben, Einfrierung seiner Konten und schließlich 10 Jahren Gefängnis bestraft. Seine Familie musste flüchten, bevor ihnen Ähnliches droht.

Sabeen Mahmud setzte sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung ein und gründete unter anderem das Café „The second floor“ in Pakistan, welches öffentlich für jede Person zugänglich war um Diskussionen über Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden, Umwelt und noch viel mehr zu führen. Die pakistanische Aktivistin wurde 2015 auf ihrem Heimweg tödlich von zwei unbekannten Schützen getroffen und verstarb im Spital noch an den Verletzungen.

Der erste arabische Staat mit Internetzugang war Ägypten im Jahre 1999. Andere folgten im Jahre 2000. Das Internet wird heutzutage immer wichtiger für uns. Ob es uns in irgendeiner Weise weitergebildet hat, darüber lässt sich streiten. Ob es Menschen verbindet? Ob es Menschen hilft aufzuschreien? Ich denke schon, dass das Internet uns, beziehungsweise unseren Mitmenschen in Not hilft, ihre Hilferufe zu verbreiten und die von anderen wahrzunehmen, doch im Internet kann nun einmal jeder alles lesen. Und auch die Regierung wird nicht zögern Bestrafungsmaßnahmen zu ergreifen, wenn sie etwas lesen, das wichtige Leute ins falsche Licht stellen könnte. Natürlich ist es leichter Kritik ins Internet zu stellen als Kritik in eine Zeitung zu bringen, gerade wenn es sich um kontroverse und umstrittene Themen handelt, doch eigentlich sollte es ja in allen Medien die sogenannte Pressefreiheit geben. In einem Interview mit der Zeitung „Standard“ nannte Maria Plieva, eine südossetische Bloggerin und Journalistin ein paar Gründe warum sie bedroht und verhaftet wurde.

„derStandard.at: Was genau stört diese Leute an Ihrer Arbeit?

Plieva: Es geht darum, dass das Recht auf Meinungsfreiheit in Südossetien nicht gegeben ist. Regierungskritische Journalisten werden von allen politisch relevanten Terminen ausgeschlossen, etwa von Parlamentssitzungen. Wenn man das thematisiert und auch sonst unbequeme Artikel schreibt, wird man sofort bedroht.“

Die meisten der kontroversen Blogger schreiben sehr kritisch über die lokale Politik, über Religionen, Menschenrechte und/oder Terrorismus. Oft sind die Autoren um die 30 Jahre alt und männlich.

Nur 64% aller Blogger im Internet benutzen ihren eigenen Namen während die restlichen 36% anonym sind. Wenn man sich nun die Schicksale von Malala, Raif und Sabeen anschaut, dürfte der Grund dafür mehr als klar sein. Von der sogenannten Pressefreiheit ist hier also auch nicht mehr allzu viel zu sehen.

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