1. Dezember 2016

Das Lesen und die Jugend

Das Lesen und die Jugend sind vermutlich nicht die Worte, die die meisten beim Memory spielen als Paar verbinden würden.

Ich persönlich habe das Lesen selbst jahrelang irgendwie „vergessen“. Mag dem einen oder anderen vielleicht bekannt vorkommen: Als Kind nicht genug vom Lesen bekommen und dann mit Anfang des Gymnasiums mehr oder weniger aus dem Leben verschwunden. So war das bei mir. Letztes Jahr dann hatte ich sehr viel mit „intellektuelleren“ Leuten zu tun, als ich es gewohnt war. Dadurch wurde meine Wissbegierde wieder geweckt: Hey, ich kann ja mehr wissen als jetzt, wenn ich lese! Hey, ich kann mich intellektuell gesehen anspruchsvolleren Themen widmen als „Wieso finden alle an Pokémon GO so viel Gefallen?“ oder „Wie bringe ich den Leuten bei, dass eine Ringlotte etwas anderes als eine Zwetschge ist?“!

Jaja, so war das. Inzwischen bin ich wieder begeistert am Lesen. Und bin wirklich glücklich damit! Ob ein Kaffee mit einem Buch am Nachmittag oder ein anspruchsvoller Austausch über ein Thema bei dem man mit Fun-Facts prahlen kann – ich bin dabei. Solltet ihr ebenfalls gewollt sein, euch (wieder) mehr Zeit für Bücher zu nehmen oder noch nicht Bekanntes zu lesen, gebe ich euch hiermit ein paar Buchempfehlungen zu unterschiedlichen Themen! Und wenn ihr ein paar mehr Tipps wollt, stehe ich gerne zur Verfügung ;).

  • Humorvolle Autobiographie: „Sechs Österreicher unter den ersten Fünf – Roman einer Entpiefkenisierung“ von Dirk Stermann

Die meisten von euch werden vermutlich Dirk Stermann aus „Willkommen Österreich“ kennen. Der gebürtige Deutsche erzählt in seinem Buch von seinem Umzug nach Wien und womit er während seiner Zeit hier so zu kämpfen hatte. Als Deutscher mag man es in Wien nicht immer leicht haben, sich zu verständigen: Ganz nach dem Sprichwort „Was die Deutschen und die Österreicher voneinander trennt, ist die gemeinsame Sprache“. Die skurrilsten Geschichten gibt Stermann in seiner Autobiografie zum Besten, sodass man sich manchmal das Lachen einfach nicht verkneifen kann.

  • Der wohl beste Krimi, den ich je gelesen habe: „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt

Allein, die Aussage zu treffen „Der wohl beste Krimi, den ich je gelesen habe“, ist etwas durchaus Bedeutendes für mich, als jemand, der mit Krimis – im Fernsehen und in Büchern – aufgewachsen ist. Dieses Buch durfte ich im Deutschunterricht kennenlernen! Es ist inzwischen beinahe 70 Jahre her, dass es geschrieben wurde und handelt von einem alten Kriminalkommissar, der mit Unterstützung eines jüngeren Beamten den Mord an einem nun ehemaligen Kollegen aufklärt. Wendungen gibt es bis zum Schluss immer wieder und nur dann, wenn ich es nicht erwartet hätte. Dieser Kriminalroman hat mich derartig in den Bann gezogen, wie es „Harry Potter“ vor acht Jahren und „Twilight“ (Oh ja, ich weiß, Twilight. Ich zeige mich hiermit womöglich nicht von meiner besten Seite.) vor sieben Jahren zuletzt getan hat.

  • Ein klassischer Liebesroman: „Vision In White“ von Nora Roberts

Die, die mich persönlich gut kennen, wissen, dass ich nicht die romantischste Person auf Gottes Erdboden bin. Das hindert mich aber nicht daran, kitschige Bücher zu lesen. Vor allem nicht dieses: Eine Erzählung über eine junge Fotografin, die zusammen mit ihren drei besten Freundinnen ein Hochzeitsbusiness betreibt. Man gewinnt Eindrücke von ihrem Job und, wie sollte es auch anders sein, von ihrem Liebesleben. Irrsinnig schön und packend geschrieben – ein „Page-Turner“, wie man so schön sagt. Ich persönlich habe es auf Englisch gelesen, doch der Titel erschien auch auf Deutsch unter dem Namen „Frühlingsträume“. Diesem Buch folgen weitere drei Teile, die es sich meiner Meinung nach ebenfalls lohnt zu lesen.

  • Die wohl genialste beschriebene Kurzfassung der Weltgeschichte: „Weltgeschichte To Go“ von Alexander von Schönburg

Ich habe noch nie jemanden „getroffen“ (im entferntesten Sinne), der die Weltgeschichte so witzig, so verpackt, so klar und einfach und doch so detailliert in nur einem Buch zu beschreiben wusste. Alexander von Schönburg hat es allerdings auf den Nagel getroffen. Ein Buch, das ich schon etliche Male hergeborgt habe und immer mit einem „Danke, das Buch war herrlich!“ zurückbekommen habe.

  • Ein philosophischer Spaziergang Marcel Beyers: „Putins Briefkasten“ von Marcel Beyer

„Ein philosophischer Spaziergang Marcel Beyers“ trifft es ziemlich. Ich habe dieses Buch ursprünglich gekauft, weil ich dachte, es wäre ein interessanter Zugang zu Wladimir Putins Leben. War es anfangs auch – bis der Autor abdriftete und den sagenhaftesten, träumerischsten Gedankengang, dem ich je folgen durfte, hinlegte. Unermüdlich schildert Beyer seine Gedanken, seine Lebensphilosophien, seine Ziele im Leben und seine Wertschätzung der Welt gegenüber auf so eine Art und Weise, dass man glaubt, es wären die eigenen Gedanken.

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