20. Oktober 2015

Fast eine historische Wahl

Am 11. Oktober schritten über 1.000.000 Menschen zur Wahl um den Wiener Gemeinderat und Landtag zu wählen. 2015 war ein Super-Wahljahr. Je nach Partei wurden 12 Wahlen (Gemeinderatswahlen, ÖH-Wahlen, Landtagswahlen, Schulsprecherwahlen, ALLES!) mehr oder weniger erfolgreich geschlagen. Die größte, die wichtigste, die Mutter aller Urnengänge, war allerdings die Letzte. Die Wien Wahl.

Für jede Partei entpuppte sich diese Wahl als historisch. Die SPÖ fuhr ihr zweitschlechtestes Ergebnis ein, die FPÖ ihr bestes, und somit auch höchstes außerhalb Kärntens, die Grünen haben erstmals in 2015 verloren, die ÖVP kam erstmals, jemals, auf unter 10% und die NEOS haben ihr bestes Ergebnis (no na) erreicht und sind in den Landtag eingezogen. Historisch für jede Partei. Aber nicht sonderlich historisch für Wien.

Es war eine Wahl des “fast”. Die SPÖ hat “fast” ihr schlechtestes Ergebnis. Aber Michi Häupls erster Antritt war dann doch noch ein wenig schlechter.
Die FPÖ hat “fast” den Bürgermeister. Es ist dann doch nur der “Vize” geworden.
Die Grünen haben “fast” eine neue Parteiobfrau bekommen. Aber es waren dann doch „Leihstimmen“.
Die ÖVP hat sich “fast” nicht einmal selber gewählt. Die Großeltern konnten dann aber doch überzeugt werden.
Die NEOS wären “fast” in Existenznöte gekommen, wären wir nicht eingezogen. Es ist dann aber doch nur eine mittlere Enttäuschung. Fast, fast, fast.

Natürlich, es gibt erstmals einen blauen Vizebürgermeister. Und erstmals blaue Bezirksvorsteher. Aber was ändert das großartig? Johann Gudenus, in der Stadthierarchie zukünftig der zweite “blaue”, ist zwar Vizebürgermeister und verdient über 9000€ im Monat, wird aber kein Ressort haben. Damit kann er viel reden, aber nichts sagen.

Ein Umstand der vor der Wahl beinahe hätte verhindert werden können. Vor der Wahl wollten die Grünen das Wahlrecht ändern. Großparteien sollten nicht weiterhin überproportional repräsentiert werden. Doch, es kam alles anders als gedacht. Die SPÖ hat den Grünen einen Abgeordneten abgekauft, eine Patt-Situation hergestellt, die Abstimmung damit verhindert und es irgendwie geschafft, dass die Grünen das nicht als Koalitionsbruch interpretieren. Sogar Frank Underwood würde das anekeln.
Es war also eine historische Wahl. Allerdings, dann doch nur fast.

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